Ihr Instagram-Konto wurde gesperrt – möglicherweise sogar ohne Vorwarnung oder klare Begründung. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das ein massiver Einschnitt: persönliche Kontakte und Erinnerungen, berufliche Netzwerke, Aufträge oder ganze Geschäftsmodelle können plötzlich unerreichbar sein.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, gegen eine Sperre vorzugehen – darunter eine Beschwerde direkt bei Instagram oder eine Klage vor Gericht. Seit Einführung des Digital Services Act (DSA) steht Ihnen jetzt eine weitere Option offen: Sie können eine zertifizierte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle wie User Rights einschalten. Über dieses Verfahren können Sie schnell, unkompliziert und kostenlos prüfen lassen, ob die Kontosperre gerechtfertigt war und eine Überprüfung durch unsere unabhängigen juristischen Expertinnen und Experten erhalten.
In diesem Ratgeber erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie gegen die Sperre vorgehen können und wie Sie eine Beschwerde bei User Rights bestmöglich vorbereiten. Ebenso liefern wir wichtige Hintergrundinformationen, warum Instagram Konten sperrt und welche Rechte Sie haben.
Schritt 1. Loggen Sie sich in Ihren Instagram Account ein
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Schritt 2. Finden Sie heraus, welche Richtlinie betroffen ist
Unter „Warum das passiert ist“ sollte folgender Hinweis stehen: „Wir haben dein Konto überprüft und festgestellt, dass es immer noch gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu [Name der Richtlinie] verstößt". Um die betreffende Richtlinie herauszufinden, klicken Sie auf ”Mehr zu dieser Regel”.
💡Hinweis: Wenn in der Benachrichtigung keine konkrete Richtlinie genannt wird und nur allgemein gesagt wird, dass Ihre Inhalte nicht den Gemeinschaftsstandards entsprechen, können wir Ihnen trotzdem helfen. Geben Sie diesen Hinweis einfach später in unserem Online-Formular an.
Schritt 3. Prüfen Sie, ob User Rights zuständig ist
Sobald Sie den Grund für die Sperre kennen, können Sie prüfen, ob Ihr Fall in den Zuständigkeitsbereich von User Rights fällt.
Nicht zuständig sind wir insbesondere:
Eine aktuelle Übersicht der Community-Richtlinien von Instagram und rechtlichen Bestimmungen, die User Rights prüfen kann, finden Sie hier.
Klicken Sie auf diesen Link um Ihre persönliche Referenznummer erstellen zu lassen, und geben Sie diese in unserem Online-Formular mit an. Auch ohne Referenznummer können wir Ihren Fall bearbeiten, allerdings macht es unsere Kommunikation mit Meta schneller und effizienter, wovon auch Sie im Beschwerdeverfahren profitieren.
Wenn Sie unsere kostenlose Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, benötigen wir über unser Online-Formular bestimmte Angaben zu Ihrem Fall und zu Ihrer Person. Insbesondere benötigen wir Screenshots der Benachrichtigung über die Kontosperrung. Nur damit können wir Ihren Fall prüfen.
Wichtig: Wir können Ihren Fall nur bearbeiten, wenn die Kontosperrung innerhalb der letzten sechs Monate erfolgt ist.
💡Tipp: Gute Screenshots erleichtern die Bearbeitung Ihres Falls
Die Qualität und Vollständigkeit Ihrer Screenshots entscheidet darüber, ob unsere Streitschlichter Ihren Fall bearbeiten können. Bitte stellen Sie sicher, dass die Screenshots:
Bitte laden Sie folgende Nachweise hoch
📍Instagram Kontostatus - Siehe „Schritt 2: Finden Sie heraus, welche Richtlinie betroffen ist“.
Einschließlich:
📍Instagram Kontostatus - Siehe „Schritt 2: Finden Sie heraus, welche Richtlinie betroffen ist“.
📍Meta Kontenübersicht
Mobil über die Instagram-App: Klicken Sie auf das Profil-Symbol unten rechts > Klicken Sie auf das ☰ Menü-Symbol oben rechts > Klicken Sie auf “Kontenübersicht” oben darauf
Einschließlich:
Nachdem Sie alle erforderlichen Nachweise in unserem Online-Formular hochgeladen haben, können Sie den Sachverhalt näher erläutern. In einem Textfeld haben Sie die Möglichkeit zu erklären, warum Sie mit der Entscheidung der Plattform nicht einverstanden sind und welche Auswirkungen die Kontosperrung für Sie hat.
Je mehr Kontext und Details Sie uns geben, desto besser können unsere Streitschlichter Ihren Fall einschätzen und bearbeiten.
Wichtig: Wenn Instagram mehrere Maßnahmen gegen Sie verhängt hat – z. B. eine temporäre Konto-Sperre und die Löschung eines Beitrags – müssen Sie für jede einzelne Maßnahme eine separate Beschwerde über unser Online-Formular einreichen.
Da wir jede Plattform-Maßnahme getrennt prüfen, können wir keine kombinierten Verfahren bearbeiten.
Während des gesamten Verfahren halten wir Sie per E-Mail auf dem Laufenden. Wenn wir zusätzliche Informationen oder weitere Nachweise benötigen, melden wir uns direkt bei Ihnen.
Bitte überprüfen Sie regelmäßig auch Ihren Spam- oder Junk-Mail-Ordner, damit Sie keine wichtige Nachricht von uns verpassen.
Beachten Sie außerdem, dass die Bearbeitung Ihres Falls in Einzelfällen etwas länger dauern kann. Wir sind dazu verpflichtet, innerhalb von maximal 90 Tagen eine Entscheidung zu treffen. In hochkomplexen Fällen kann die Bearbeitung auch bis zu 180 Tage in Anspruch nehmen. Sobald neue Informationen vorliegen, informieren wir Sie umgehend.
Nachdem Sie Ihren Fall über unser Online-Formular eingereicht haben, prüfen wir Ihre Angaben und leiten sie an Instagram weiter. Die Plattform erhält anschließend Gelegenheit, auf Ihre Beschwerde zu reagieren und ihre Entscheidung nochmals zu erläutern. In einigen Fällen hebt Instagram die ursprüngliche Maßnahme bereits zu diesem Zeitpunkt auf.
Instagram hat dafür in der Regel sieben Tage Zeit. Auf Antrag kann diese Frist um bis zu 14 Tage verlängert werden.
Im nächsten Schritt prüft User Rights, ob die Community-Richtlinien von Instagram die Kontosperrung im konkreten Fall rechtfertigen und ob die Entscheidung rechtmäßig war. Dabei berücksichtigen wir auch die Vorgaben des Digital Services Act (DSA): Ihre Grundrechte sowie die Rechte der Plattform. Selbst wenn die Richtlinien eine Kontosperrung grundsätzlich erlauben, kann User Rights die Wiederherstellung Ihres Kontos empfehlen, wenn die Entscheidung mit Ihren europäischen Grundrechten unvereinbar ist.
Das Verfahren vor einer außergerichtlichen Streitbeilegungsstelle wie User Rights ist für Sie vollständig kostenlos. Unsere Entscheidungen sind zwar – anders als gerichtliche Entscheidungen – nicht bindend. Dennoch ist Instagram verpflichtet, mit außergerichtlichen Streitbeilegungsstellen wie User Rights zu kooperieren.
Bitte beachten Sie: Zusätzlich zu einem Verfahren bei User Rights können Sie jederzeit den Rechtsweg beschreiten oder eine Beschwerde beim zuständigen Koordinator für digitale Dienste einreichen. In Deutschland ist die Bundesnetzagentur Ihr Ansprechpartner.
Instagram kann Konten sperren, wenn gegen Community-Richtlinien verstoßen wurde – entweder wiederholt oder durch einen einmaligen, besonders schwerwiegenden Verstoß.
Auch Gründe wie Identitätsmissbrauch oder Umgehungsversuche früherer Sperren können zu einer Deaktivierung führen.
Wichtig: Wir können keine Kontosperrungen prüfen, die ausschließlich auf dem Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern beruhen, z. B. Erstellung eines Kontos, um frühere Kontobeschränkungen zu umgehen oder zur massenhaften Verbreitung von Spam mittels Bots. Wir prüfen ausschließlich Kontosperrungen, die wegen der Veröffentlichung bestimmter Inhalte erfolgt sind, z. B. Kontosperrung wegen der wiederholten Veröffentlichung von Kommentaren, die gegen die Hassrede-Richtlinie verstoßen.Eine ausführliche Übersicht aller Themengebiete und Gesetze, für die wir zertifiziert sind, finden Sie hier.
Ja. Social-Media-Plattformen treffen täglich Millionen Moderationsentscheidungen – viele davon automatisiert. Dabei können Fehler passieren.
Auch wenn ein Mensch über eine Maßnahme entscheidet, bleibt oft nur wenig Zeit für eine umfassende Bewertung. Daher ist es möglich, dass eine Sperre zu Unrecht verhängt wurde.
Wenn Sie der Ansicht sind, dass in Ihrem Fall ein Fehler vorliegt, können Sie kostenlos ein Verfahren bei User Rights einreichen. Wir prüfen dann, ob die Sperrung rechtmäßig war.
Für ein Beschwerdeverfahren sollten Sie folgende Nachweise sichern:
Unsere Entscheidungen sind nicht bindend. Auch wenn Plattformen dazu verpflichtet sind, mit uns zusammenzuarbeiten, kann es dennoch vorkommen, dass Entscheidungen nicht umgesetzt werden. Sie haben dann die Möglichkeit, gerichtlich gegen die Beschwerde vorzugehen oder sich an Ihren Koordinator für digitale Dienste wenden.